Burg Thurant

Hier finden Sie einen Überblick von der Burg Thurant. Dazu zählen unter anderem die Geschichte, Tourismus, Anfahrt und die Nachweise.

Geschichte von Burg Thurant

Über Alken und weithin im Moseltal sichtbar liegt die Doppelburg Thurant. Sie besteht aus zwei Teilen: der Trierer Burg und der Kölner Burg. (Vgl. Schloss Bürresheim).  

Thurant wurde um 1200 durch Pfalzgraf Heinrich V. (um 1173/74–1227, reg. 1195–1212) errichtet, der gerade von einem Kreuzzug zurückgekehrt war.

Der Namensgebung der Burg geht vermutlich auf Burg Toron (an der Straße von Tyrus und Damaskus in Syrien) zurück, an deren erfolglosen Belagerung im Jahr 1197/98 Pfalzgraf Heinrich während des 3. Kreuzzuges wohl teilgenommen hatte.

Nachdem die welfischen Pfalzgrafen mit Heinrich VI. (um 1196–1214) ausgestorben waren, überließ Kaiser Friedrich II. (1194–1250, der Berühmte Staufer-Kaiser) den Wittelsbachern die Burg. Daraufhin nahm der Kölner Erzbischof Engelbert I. von Berg (1185/86–1225; reg. ab 1216) die Burg  gewaltsam ein. Hierzu hatte er 1216/17 die Burg Roter Turm (180 m südlich von Thurant) errichten lassen, um von dort aus die Burg leichter einnehmen zu können.

1243 war Thurant wieder in Konflikte verwickelt, diesmal zwischen den Pfalzgrafen und dem Erzstift Trier. Bei der nach zwei Jahren erfolgreichen Belagerung ließ der Trierer Erzbischof Arnold II. von Isenburg (um 1190–1259; reg. ab 1242) Burg Thurant mit Bliden beschießen; hierzu hatte er zuvor auf dem gegenüberliegenden Berg die Burg Bleidenberg errichtet. Den Grund für die Belagerung hatte wohl der pfälzgräfliche Marschall Berlewin Zurno von Alzey geliefert; seine Raubzüge im Umland konnte der Trierer Kurfürst nicht hinnehmen. Nachdem man im Sühnevertrag keine Einigung erzielt hatte, ging Burg Thurant an die Grafen von Luxemburg. Aber es erfolgte keine Auslösung durch die Pfalzgrafschaft, sodass die Burg mit den Orten Alken, Oberfell und Kattenes ein Kondominat der Erzbischöfe von Trier und Köln wurde. Äußerlich sichtbar wurde die Teilung, indem beide Teile der Burg, sowohl die Trierer als auch die Kölner Burg, einen Bergfried erhielten.  

Bald danach verlor die Burg an Bedeutung und wechselte mehrfach den Besitzer. Zuletzt hatten die von Wiltberg die Burg als Lehen inne. Sie errichteten um 1350  ein Burghaus am Fuße des Burgberges: die Wiltburg. Zu diesem Zeitpunkt war Burg Thurant schon sehr baufällig. Der Verfall wurde beschleunigt, indem die Franzosen während des Pfälzischen Erbfolgekrieges (1688-1697) Teile der Burg zerstörten. 1911 erwarb Dr. Robert Allmers (1875-1951) die Ruine und ließ sie teilweise wiederaufbauen.

Heute kann Burg Thurant während der Öffnungszeiten besichtigt werden und ist ein tolles Ausflugsziel mit einmaligem Ausblick über Moseltal, Hunsrück und Eifel.

Man betritt die Burg Thurant von der Trierer Burg aus. Der Kölner Turm beherbergt ein kleines Museum über Folterkunst im Mittelalter und kann auch bestiegen werden. Die Mauer, die beide Burgteile in zwei Hälften teilte, ist noch erhalten. Zwischen beiden Haupttürmen  befindet sich der Pallas, der ebenfalls geteilt war und heute eine Teilruine ist. Sein trierischer Teil wurde im 20. Jahrhundert wiederaufgebaut und beinhaltet im untersten Geschoss die Burgkapelle. Umgeben wird die Burg noch von einer Wehrmauer, die auf der Moselseite zwei Rundtürme aufweist. 

Die Burgen Bleidenberg und Roter Turm haben sich nur in geringen Resten erhalten, sind aber beide freizugänglich. Die Wiltburg in Alken ist als stattlicher Bau vollständig erhalten geblieben. Da sie sich (seit 1845) in Privatbesitz befindet, ist sie leider nur von außen zu besichtigen; lediglich der von einem Weingut genutzte Keller ist im Rahmen einer Weinprobe zugänglich.

Anfahrt & Tourismus

Burg Thurant kann jeder zeit während der Öffnungszeiten gegen Eintritt besichtigt werden.

Literatur

Bernhard Gondorf, Burgen der Eifel und ihrer Randgebiete, ein Lexikon der "festen Häuser", Verlag J. P. Bachem, Köln 1984


Alexander Thon, Stefan Ulrich, "Von den Schauern der Vorwelt umweht...", Burgen und Schlösser an der Mosel, Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2007

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